Generative Engine Optimization gibt es seit ungefähr zwei Jahren als Angebot. Es gibt keine Berufszugangsregeln, keine anerkannte Prüfung und keinen Erfahrungsschatz aus einem Jahrzehnt. Diese sechs Fragen filtern trotzdem – und keine davon setzt Fachkenntnis voraus.
1. Welcher Anteil davon ist klassisches SEO?
Die trennschärfste Frage überhaupt. Eine belastbare Antwort lautet sinngemäß: der größere Teil. Technische Erfassbarkeit, Struktur, Belegbarkeit, benannte Urheberschaft – das wirkt in beiden Systemen.
Wer stattdessen eine grundlegend neue Disziplin beschreibt, hat entweder das Feld nicht durchdrungen oder eine Positionierung zu verteidigen. Beides ist ein Befund.
2. Wie erheben Sie den Erfolg?
Hier zeigt sich die Substanz. Eine brauchbare Antwort nennt ein festes Fragen-Set, mehrfache Abfragen, mehrere Systeme und eine Auswertung als Anteil mit Schwankungsbreite.
Eine unbrauchbare Antwort enthält das Wort „Ranking“. In Antwortsystemen gibt es keine Positionen – wer davon spricht, misst nichts, sondern beschreibt ein Bild.
3. Haben Sie in die Server-Protokolle gesehen?
Die praktischste aller Fragen. Bevor irgendetwas an Inhalten geschieht, gehört geprüft, ob die abrufenden Programme überhaupt durchkommen – oder ob ein Schutzmechanismus sie mit Statuscode 403 abweist.
Ein Anbieter, der diese Prüfung von sich aus an den Anfang stellt, arbeitet vom Fundament aus. Einer, der direkt mit Textarbeit beginnt, hat den ersten Schritt übersprungen.
4. Was passiert, wenn sich nach sechs Monaten nichts zeigt?
Diese Frage bringt hervor, ob jemand die Unsicherheit des Feldes akzeptiert hat. Eine ehrliche Antwort räumt ein, dass die Wirkung nicht garantiert werden kann, und beschreibt, was in diesem Fall geschieht: erneute Prüfung, Anpassung des Fragen-Sets, gegebenenfalls die Feststellung, dass die eigene Branche in Antwortsystemen kaum abgefragt wird.
Diese letzte Möglichkeit sollte offen ausgesprochen werden. Für einen Teil der Geschäftsmodelle – lokale Dienstleistungen, sehr spezielle Industriegüter – ist der Kanal schlicht nicht relevant.
5. Was von Ihrer Arbeit ist öffentlich einsehbar?
In einem Feld, in dem fast alles hinter Kundenverträgen liegt, zählt, was frei zugänglich ist: Fachbeiträge mit Autorenangabe und Datum, offengelegte Erhebungen, öffentliche Werkzeuge, dokumentierte Vorgehensweisen.
Nicht dazu zählen Kundenlogos, Angaben zu Projektzahlen und Zufriedenheitsquoten auf der eigenen Startseite. Das sind Selbstauskünfte – in der Branche üblich, aber kein Nachweis.
6. Wofür genau ist der Aufpreis?
Wenn der größere Teil der Arbeit bekannt ist, muss sich der Mehrpreis auf konkrete zusätzliche Tätigkeiten zurückführen lassen: Prüfung und Anpassung der Zugänge, Umbau vorhandener Inhalte auf zitierbare Abschnitte, Aufbau und Durchführung der Erhebung.
Wer das benennen kann, verkauft Arbeit. Wer allgemein bleibt, verkauft ein Etikett.
Die zwei Ausschlusskriterien
Zugesagte Nennungen. Es gibt keine Einreichung, keinen buchbaren Platz und keine Zusage, die jemand einlösen könnte.
Positionsangaben. „Platz 1 in ChatGPT“ beschreibt nichts, was existiert.
Beides ist kein Zeichen von Ehrgeiz, sondern von Unkenntnis oder Absicht. In beiden Fällen ist das Gespräch an dieser Stelle beendet.
Der Einstieg, der sich bewährt
Eine abgegrenzte erste Erhebung: Zugänge prüfen, Protokolle auswerten, Fragen-Set aufsetzen, einmal messen. Danach steht fest, ob es überhaupt etwas zu holen gibt – und erst dann lohnt die Entscheidung über ein laufendes Mandat.
Ein Anbieter, der so anfangen will, denkt an das Ergebnis. Einer, der mit einem Zwölfmonatsvertrag einsteigt, denkt an die Auslastung.